
CircBuild by designdirektive
by Team Design Season Cologne
Die Zukunft steckt im Bestand
Was, wenn die fortschrittlichste Art zu bauen mit dem beginnt, was bereits da ist? In Köln-Ehrenfeld macht designdirektive genau diese Frage zum Ausgangspunkt für sechs Tage rund um zirkuläres Design, Architektur und Bauen.
Für designdirektive beginnt Zirkularität mit einer einfachen Beobachtung: Jeden Tag werden wertvolle Dinge weggeworfen. Das Kölner Designstudio begann damit, Möbel zu retten, und hat diesen Gedanken inzwischen auf Interior Design, Rückbau, Materialgewinnung und Wiederverwendung übertragen – mit dem Ziel, das, was aus einem Gebäude kommt, zum Ausgangspunkt für etwas Neues zu machen.
„Zirkularität funktioniert dann, wenn man sie einfach macht und anfängt.“
Während der Design Season Cologne übernimmt diese Haltung das 1.500 Quadratmeter große Zuhause des Studios an der Stolberger Straße. Sechs Tage lang verwandelt CircBuild den denkmalgeschützten 50er-Jahre-Bau – selbst einst vom Abriss bedroht – in einen Treffpunkt für Design, Architektur und zirkuläres Bauen.
Und das Gebäude ist dabei mehr als eine Kulisse. Es ist Teil der Idee.
CircBuild fragt, was bleiben kann, was sich zurückbauen und wiederverwenden lässt und wie wir mit den Ressourcen gestalten können, die bereits vorhanden sind. Statt diese Fragen in einzelnen Markenwelten zu beantworten, bringt designdirektive die verschiedenen Teile des Prozesses zusammen.
Die Knepper Gruppe bringt die Perspektive von Rückbau und Materialgewinnung ein, während Madaster und STADTGRAD vorhandene Materialien mit digitalen Werkzeugen und architektonischer Planung verbinden. Andreu World bringt die Perspektive der Möbelproduktion mit, Occhio das Licht, Mogu biobasierte Materialien und Akustik, sonoro Klang und Langlebigkeit, Plantclub zirkuläre Begrünungskonzepte und die Kölner ecosign Akademie für Gestaltung die Perspektive der nächsten Generation.
So entsteht eine gemeinsame Ausstellung, in der ein Gedanke ganz selbstverständlich zum nächsten führt: vom Rückbau zum Material, vom Material zur Planung, von der Planung zu einem neuen Raum.
Diese Haltung begleitet designdirektive von Anfang an. Vomberg beschreibt die ursprüngliche Motivation hinter der Möbelkiste sehr einfach: Es ergab wenig Sinn, immer neue Rohstoffe zu gewinnen, während gleichzeitig Millionen funktionierender Materialien entsorgt wurden. Heute überträgt das Team dieses Prinzip auf einen deutlich größeren Maßstab.
CircBuild macht daraus ein Erlebnis.
Über die Woche können Besucher den Launch von Madaster Match erleben, gemeinsam mit designdirektive und Knepper ins Urban Mining eintauchen, mit Occhio emotionale Lichtgestaltung erkunden, mit Form and Fungi eine eigene Materialprobe aus Myzel herstellen, mit ICoM / RWTH Aachen zirkuläres Bauen in VR erleben oder beim Roundtable unterschiedliche Disziplinen an einen Tisch bringen.
Zwischen Talks und Workshops bleibt das Haus offen: Kaffee, Showroom, Sound, Gespräche, ein Apéro am Abend und am Donnerstag eine Party.
Denn vielleicht braucht die Zukunft des zirkulären Designs genau das: weniger Insellösungen und mehr Menschen an einem gemeinsamen Tisch.
CircBuild macht das Bestehende zum Ausgangspunkt und zeigt, wie viel Zukunft schon heute darin steckt.
